Projektbeschreibung & Stärkeansatz

Für die vom Land Schleswig-Holstein initiierte BO-Begleitung (Begleitung in der Beruflichen Orientierung) wurden der bewährte „komm auf Tour“-Stärkenansatz sowie die Erfahrungen aus dem Stärken-Parcours, der in Schleswig-Holstein bis zum Schuljahresende 2024/25 über einen Zeitraum von fünf Jahren durchgeführt wurde, gezielt an die landesspezifischen Bedarfe angepasst.

Methodik und Zielgruppe
In zwei jeweils dreistündigen Präsenz-Workshops setzen sich die Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse spielerisch mit ihren individuellen Stärken auseinander und stellen nachhaltige Bezüge zu Berufsfeldern und Zukunftsvorstellungen her.

Ein Dreiklang aus Erlebnisraum, Praxiserfahrung und Zukunftswerkstatt
Im Erlebnisraum, der ersten Workshopeinheit, entdecken die Jugendlichen an fünf interaktiven Stationen, was in ihnen steckt: Durch handlungsorientierte Aufgaben sammeln sie Erfolgserlebnisse, stärken ihre Selbstwirksamkeit und gewinnen Klarheit über ihre Fähigkeiten, Interessen und Zukunftsideen.
Darauf aufbauend richtet die Zukunftswerkstatt den Blick nach vorn. Sie findet im Anschluss an die erste Praxiserfahrung statt, die gemäß Landeskonzept im Rahmen einer Berufsfelderprobung, eines Betriebsbesuchs, des Girls`Day/Boys´Day  oder in Form eines ersten Praktikums durchgeführt wird.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wo die Schülerinnen und Schüler aktuell stehen und welche Stärken sie bereits erproben konnten. Die gesammelten Erfahrungen werden reflektiert und gezielt in konkrete Ideen sowie nächste Schritte im Berufswahlprozess überführt.

Einbindung und Vorbereitung der Lehrkräfte
Die begleitenden Lehrkräfte sind aktiv in die Anpassung der Workshopinhalte sowie die Implementierung der stärkenorientierten Beruflichen Orientierung eingebunden. Hierzu findet vor der Durchführung des Erlebnisraums ein 90-minütiger digitaler Workshop statt. Zudem erhalten die Lehrkräfte die Möglichkeit, die stärkenorientierten Inhalte mithilfe vorbereiteter Unterrichtseinheiten in das Curriculum einzubinden und die Ergebnisse mit den zur Verfügung gestellten Materialien zu vertiefen.

Einbindung und Vorbereitung der Berufsberatung
Die Schule und die Berufsberatung stimmen die Einbindung in das Konzept der BO-Begleitung bei der Planung und Durchführung individuell mit jedem Schulstandort ab. Die Berufsberatung kann durch das Angebot von Beratungsgesprächen für Schülerinnen und Schüler an den Schulen Erkenntnisse aus der BO-Begleitung aufgreifen und  in den weiteren Berufswahlprozess einbinden.

Der Stärken-Ansatz und prozessorientiere Dokumentation
Die Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit ihren individuellen Stärken bildet das verbindende Element aller Projekteinheiten, mit dem Ziel Selbstwirksamkeit zu stärken und Orientierung in Übergängen zu schaffen. Hierbei dienen die kompetenzorientierten Stärken-Symbole als kommunikatives Leitsystem und schaffen eine gemeinsame Sprache, die persönliche Stärken sichtbar macht und Vertrauen in die eigene Entscheidungsfähigkeit stärkt. Das Stärken-System wurde 2006 in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) und der Bundesagentur für Arbeit entwickelt und wird bundesweit durch Sinus – Büro für Kommunikation GmbH umgesetzt.

Selbst- und Fremdeinschätzung gehen hierbei Hand in Hand. Die Vergabe der Stärken erfolgt prozessorientiert durch die Workshopleitungen, Mitschülerinnen und Mitschüler sowie die Lehrkräfte. Für die Dokumentation und Weiterarbeit erhalten alle Schülerinnen und Schüler den Stärken-Wegweiser. Neben Möglichkeiten der individuellen Gestaltung von Zukunftsideen, verweist der Stärken-Wegweiser zusätzlich auf konkrete Berufsfelder.

Die Schülerinnen und Schüler identifizieren nicht nur ihre eigenen Stärken, sondern setzen diese in Beziehung zu ihren individuellen Zukunftsideen sowie zu den anstehenden praktischen außerschulischen Erfahrungen sowohl im Anschluss an den Erlebnisraum als auch an die Zukunftswerkstatt.

Reflexion und nachhaltige Selbstwirksamkeit
Die sieben Stärken spiegeln eine große Bandbreite an Kompetenzen und Interessen wider. Ohne diagnostischen Anspruch regt der Stärken-Ansatz zur Reflexion an. Der Wechsel zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung unterstützt das Entdecken bislang verborgener Potenziale und stärkt Identität sowie Selbstwirksamkeit.

 

Meine Stärken

Meine Ordnung
Meine Ordnung

gern für Ordnung und Struktur sorgen – verwalten, organisieren, ordnen, aufräumen, sortieren, anleiten, planen, managen

Meine Zahlen
Meine Zahlen

gern mit Zahlen / Geld / IT umgehen – verkaufen, kaufen, rechnen, programmieren, logisch denken, bilanzieren, vernetzen

Meine Fantasie
Meine Fantasie

gern kreativ sein und gestalten – kochen, musizieren, schreiben, malen, zeichnen, inspirieren, unterhalten, performen, darbieten

Mein tierisch grüner Daumen
Mein tierisch grüner Daumen

gern mit Pflanzen / Tieren, in Natur + Umwelt arbeiten – anbauen, züchten, ernten, pflegen, füttern, schützen, erhalten

Mein Reden
Mein Reden

gern mit anderen kommunizieren – verkaufen, beraten, zuhören, präsentieren, überzeugen, informieren, vernetzen, erklären

Meine Hände
Meine Hände

gern mit Kraft und Geschick arbeiten – handwerken, bauen, Technik, zeichnen, gestalten, Sport

Meine Dienste
Meine Dienste

gern Menschen helfen – pflegen, betreuen, helfen, Teamwork, versorgen, mitfühlen, unterstützen

Ein Dreiklang aus Erlebnisraum, Praxiserfahrung und Zukunftswerkstatt: